Alpin Bergführer Gröden und Dolomiten
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Bergführer Gröden und Dolomiten

Illuminati

Ein kurzer Eiskletter- Neujahrstrip ins Grödnertal/Langental mit Ines Papert und Angelika Rainer

Schon einmal war ich hier im wunderschönen Langental, damals mit Kurt Astner, dem bekannten Extremkletterer aus Brunneck.
Illuminati steht schon lang auf meiner Freikletter- Wunschliste, eine der weltweit schwersten Mixedrouten M11 alpin- erstbegangen durch dem Tiroler Bergführer Albert Leichtfried.

Ein kurzer Anruf beim Kletterspezialisten und Bergführer Hubert Moroder aus St. Ulrich genügt. Unter Kletterern gibt man sich gern gegenseitig Unterkunft, diese erfreuliche Erfahrung habe ich schon auf der ganzen Welt gemacht. Wir fühlen uns pudelwohl in seinem Haus und können Energie tanken für ein paar kalte Tage im Eis.

Voller Respekt stehe ich diesmal unter dem großen Dach, gemeinsam mit meiner Kletterpartnerin, der amtierenden Weltmeisterin Angelika Rainer und Hans Hornberger, einem Freund und Photographen. Der Ausstiegseiszapfen wirkt auf mich, wie eine Palette leckerer Eiscremesorten auf ein Kind. Ich freue mich auf die gemeinsame Herausforderung. Doch zunächst sind die ersten 2 sehr stark überhängenden Seillängen eine echte „Aufwärmübung“. Heute ist es -15C° und wir sind naß bis auf die Unterhosen vom hinaufwühlen zum Einstieg. Die Ostwand wird heut nicht von der Sonne verwöhnt, was uns wiederum ein gutes Gefühl für die Eismassen über uns gibt.
Doch die Finger und Zehen wollen einfach nicht warm werden. Wir arbeiten an den schwierigsten Metern, versuchen uns die Kletterzüge einzuprägen, doch für einen freien Versuch ist es heute zu kalt. Ich bin hoch motiviert, weiterzuarbeiten

Angelika ist schnell überzeugt, daß diese Route ein guter „warm up“ für ihren Eiskletterweltcup in Russland sein wird.

In unseren Spuren steigen wir tags darauf wieder hoch, diesmal geht es schon wesentlich leichter. Beim Zustieg bemerken wir, das der tonnenschwere Eiszapfen in der Nacht abgebrochen ist und in unserer Aufstiegsrinne den kürzesten Weg ins Tal gesucht hat. Und dies, obwohl heute das Thermometer -17°C anzeigt. Ich weiß aus meiner Erfahrung, dass das Eis bei tiefen Temperaturen eine hohe Spannung bildet und leichter bricht. Wir sind uns der Gefahr bewusst und steigen schnell höher. Unter dem Felsdach fühlen wir uns wieder sicher.
Heut scheint die Sonne. Das Klettern fällt uns wesentlich leichter, dennoch erreichen wir den Ausstiegszapfen nicht. Zu viele schwere Klettermeter sind zu bewältigen. Ein Grund, wiederzukommen. Jetzt kennen wir die Route „Illuminati“ und ich spüre deutlich, dass der Bau eines Häuschens doch nicht das ideale Eiskletter- Training ist. Doch aus diesem Grund suchen wir uns Herausforderungen dieser Art. Wir wollen unsere Grenzen spüren und brauchen ein Ziel, für das wir die Mühen des Trainings auf uns nehmen.

Beim abseilen, wir hängen 30 m von der Wand entfernt, werden uns erst die gigantischen Ausmaße dieser Route bewusst.
150 m lang und mindestens 40 m überhängend ist unser Ziel.



Angelika fliegt anschließend nach Russland- ich drücke ihr ganz fest die Daumen, das sie gewinnt. Hans, Hubert und ich bestellen am abend eine Pizza „Illuminati“ und bekommen diese leider nicht. Wir entscheiden uns für die Pizza „Luis Trenker“. Hubert Moroder zeigt uns an unserem letzten Tag den oberen Teil des Langentals. Ich bin überwältigt, welch wunderbare Eisklettermöglichkeiten es hier gibt. Derzeit sind die Bedingungen perfekt, doch ich selber muss zurück nach Hause in Bayern, um für meinen nächsten Kurztrip nach USA/Colorado zu packen. Ich werde am legendären Eiskletterfestival in Ouray teilnehmen.
Aber Illuminati wird uns sicher wieder sehen.

Wir sind beeindruckt von der Freundlichkeit der Grödner und bedanken uns bei Hubert und seiner Familie für die wunderschönen Tage hier.

Ines Papert
illuminati
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Pictures (C) Hans Hornberger

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